Generationswechsel in Unternehmen – Das aktuelle Kundenmagazin der BayernLB

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Generationswechsel im Familienunternehmen
Ein Drahtseilakt

Im Januar erhielt ich einen Anruf vom Chefredakteur des Gruner+Jahr Verlags, Stefan Schmortte.  Er arbeitete an der neuen Ausgabe von MITTELPUNKT, dem Kundenmagazin der Bayerische Landesbank, zum Thema “Unternehmensnachfolge”. Auf meine Webseite war er gestoßen, als er nach der Metapher “Staffelstabübergabe” gesucht hatte. Eine Methapher, die in mehreren hundertausend Unternehmen in Deutschland in den nächsten Jahren für die größte unternehmerische Herausforderung stehen wird. Die Mehrheit wird daran scheitern.

Die aktuelle Ausgabe des MITTELPUNKT liegt nun vor mir auf dem Tisch. Stefan Schmortte gibt einen gelungenen Überblick über die aktuelle Situation der Unternehmensnachfolgen – über die Schwierigkeiten, aber auch über die verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten, damit der Wechsel trotzdem gelingen kann. Und es gibt aktuelle Beispiele von gelungenen und misslungenen Generationswechseln.

Schlechte Erfolgschancen:

Was mich nachdenklich macht, ist die Tatsache, dass sich an der Erfolgsquote von Unternehmensnachfolgen in den letzten 20 Jahren scheinbar wenig verändert hat. Je nach Untersuchung und Definition, wann eine Nachfolge als erfolgreich bezeichnet wird, gibt es unterschiedliche Zahlen. Allen gemeinsam ist, dass immer noch viel zu viele Nachfolgen unnötigerweise scheitern und immer die gleichen Ursachen für das Scheitern zu finden sind: Unterschätzen der Komplexität, überschätzen der eigenen Kompetenz, zu langes Hinauszögern, nicht loslassen können, zu begrenzter Fokus, fehlende Kommunikation, Streit in der Familie – es geht um Macht, Neid, Gerechtigkeit, Beziehungen und Vertrauen, Investitionsstaus, Selbstzufriedenheit und fehlende Perspektiven. Die Liste ist lang, aber bekannt. Warum gelingt es dann nicht, über die Jahre die Erfolgsquote nachhaltig zu erhöhen?

Schaut man sich an, welche Unterstützung sich Unternehmer für den Nachfolgeprozess holen, fällt eines auf: Steuerberater liegen hier mit Abstand auf Platz 1. Natürlich ist bei Unternehmensnachfolgen das Thema Steuern wichtig und natürlich können Fehler in diesem Bereich zum Scheitern führen. Aber es stellt eben nur einen Teil der Gesamtkomplexität dar. Auch die Fachbereiche Recht und Finanzen werden immer mit einbezogen. Was aber häufig fehlt, oder unprofessionell gehandhabt wird, sind die betroffenen Menschen. Fehler in diesem Bereich führen zu den meisten Problemen und sind der häufigste Grund für das Scheitern des Projektes.

Wie geht es besser?

Das war der Grund, warum ich, zusammen mit Fachkollegen aus allen notwendigen Fachdisziplinen, vor 5 Jahren den UNZD e.V. gegründet habe. Ein Zusammenschluss von ausgewiesenen Nachfolgespezialisten aus den Bereichen Steuer, Recht, Finanzen, Unternehmen, Kommunikation und Coaching. Die ganzheitliche Betrachtungsweise eines Nachfolgeprozesses erhöht die Erfolgschancen und die Nachhaltigkeit deutlich. Das lässt sich an vielen erfolgreichen, aber auch gescheiterten Generationswechseln erkennen.